Menschen wird ja oft nachgesagt, dass sie besonders von Innen heraus strahlen, um so besondere Eigenschaften zu beschreiben. In meinem Fall wird sich das tatsächlich in die Realität umsetzen, denn nach Chemotherapie und Bestrahlung habe ich das Glück, dass eine innovative und vielversprechende Therapie für meine Lebermetastasen auf mich wartet. Es klingt so fortschrittlich und abgefahren, dass ich mir wirklich denke: ..“what a time to be alive..“. Es geht um die „Selektive Interne Radio-Therapie“, kurz SIRT genannt. Eine Behandlung, der ich mich nun unterziehen werde, da meine aktuelle Chemotherapie leider nicht von Erfolg gekrönt war. Doch worum geht es? Im Gegensatz zur Chemotherapie, die systematisch auf den ganzen Körper wirkt, arbeitet diese Therapie mit der direkten Konfrontation des Feindes. Über einen Katheder, der an der Leiste gesetzt wird, werden kleine Kügelchen über die Leberschlagader in das Tumorgewebe injiziert. In diesen Kügelchen befindet sich ein radioaktives Element, dass dann dort wirkt und so im besten Fall das Geweben zum Absterben bewegt. Diese Kügelchen mit dem Material werden extra für mich in Kanada hergestellt und taggenau geliefert und verwendet, denn wie wir alle noch aus dem Chemieunterricht wissen, hat jedes radioaktives Element eine Halbwertszeit. Dieser Eingriff wird bei meiner besonderen Situation dreimal wiederholt, denn die Ärzte unterteilen meine Leber in drei Sektionen, die alle vorher mit Kontrastmittel getestet werden müssen. Das ganze Prozedere dauert im Normalfall keine halbe Stunde und erfolgt mit örtlicher Betäubung. Eine Testung mit Kontrastmittel habe ich schon hinter mir und ich kann sagen, das schlimmste daran ist der sechsstündige Druckverband an der Leiste danach, der zum Teil Dinge abklemmt(…) und der Fakt, dass man bis zum nächsten morgen nicht aufstehen darf, damit sich die Einstichstelle wieder schließt. Als ich zum ersten Mal von dieser Methode erfuhr, war ich Feuer und Flamme, da ich es zum Einen richtig cool fand, was heutzutage alles möglich ist und zum Anderen, ich immer noch darauf spekuliere, dass irgendetwas schief geht und ich dann im Sinne von Spider-Man oder Captain America Superheldenkräfte erlange. Zum Glück ergab die Voruntersuchung, dass meine anatomische Lage der Leber dazu geeignet ist, dieses radioaktive Material zu injizieren, denn im schlimmsten Fall könnte das Material auch in andere Organe wandern und dort wirken, wo es nicht soll. Im Großen und Ganzen heißt das für mich, dass ich erstmal wieder einige Wochen stationär in Behandlung sein werde. Ich bin aber dankbar und zuversichtlich einen weiteren Etappensieg auf meine Tour zu erlangen und deshalb habe ich auch mein teures IPad- Equipment und meine zeichnerischen Fähigkeiten in die Waagschale geworfen und euch eine Skizzen erstellt.
