Man kann es nicht anders beschreiben, als mit der Floskel: „.. zu Hause ist es immer noch am schönsten..!!“. Man tauscht zwar Essen ans Bett mit einmal täglich aufwaschen ein, aber das Gefühl, wieder in seiner gewohnten Umgebung zu sein und zu schlafen, macht vieles wett. Außerdem wartete immer noch ein AT-AT Walker Star Wars Set auf mich, um beendet zu werden. Ich durfte das Krankenhaus am Montag wieder verlassen mit einigen Medikamenten zusätzlich im Gepäck, die mich hoffentlich bis zu nächsten Behandlung Anfang Februar tragen werden. Auch hochkalorische Drinks wurden mir verschreiben, nicht weil ich an Mängelernährung leide, sondern weil der Eiweißanteil dafür sorgen soll, dass meine geschwollenen Füße, Beine und Oberschenkel wieder eine normale Größe bekommen. Eine Nebenwirkung die mir zurzeit am meisten zu schaffen macht, obwohl ich wie ein Roberto Carlos in besten Zeiten wirke.
Mein größtes Problem ist zurzeit, dass zwar meine Lebermetastasen zerstört werden, meine Metastasen in Lunge und Bauchspeicheldrüse aber stetig größer werden, durch die ausgesetzte Chemotherapie. Ein bedrückendes Gefühl die Arztbriefe nach jedem CT zu lesen. Eine Verzwickte Lage, da man beides nicht parallel, sondern im günstigsten Fall nur nacheinander laufen lassen kann. Ein Kampf an mehreren Fronten, wo die Zeit mein Feind zu sein scheint. Wie Luke Skywalker, der übrigens auch im Set dabei ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als mit dem Lichtschwert in den Kampf zu ziehen. Was micht zu dem Punkt bringt, meine Abende, nachdem ich das Puzzle vollenden konnte, mit Klemmbausteinen zu verbringen. Anders als früher, habe ich Erwachsenengeld um mir schonungslos Sets zu besorgen und zu importieren. Vor meinem geistigen Auge liegen sich der 8-10 jährige Benjamin und ich in den Armen, währenddessen der Paketbote wieder ein neues Paket bringt. (Hehe) Das gepaart mit der Freiheit, die man in seinen eigenen vier Wände hat, bestimmt zurzeit wieder meinen Alltag und darüber bin ich froh, weil ich weiß, wie schnell sich die Situation wieder ändern kann und auch bestimmt ändern wird. Ich muss mich wieder bewusst darauf konzentrieren, was ich habe und nicht auf das, was ich nicht habe. In letzter Zeit bin ich gefährlich nah an negativen Stimmungen geschlittert, an Selbstmitleid und Zweifel, aber man muss sich wirklich immer wieder aufraffen und dagegen ankämpfen und positiv eingestellt bleiben, was mir zum Glück durch die Unterstützung meiner Familie und Freunde gut gelingt. Und wenn es am Ende doch nicht langt, hatte ich zumindest eine gute Zeit.
