Nachwirkungen von SIRT

Nach gut zwei Wochen kann ich nun die Nebenwirkungen der ersten SIRT-Behandlung abschätzen und beurteilen. Angefangen mit geschwollenen Beinen und Knöcheln die mich dazu zwangen meine lila Wollsocken zu tragen und etwas Kurzatmigkeit, kamen in der zweiten Woche extreme Erschöpfung dazu und Atemnot sobald der Puls über einen Wert von 100 BPM stieg. Dies veranlasste mich dann doch mal zum Hausarzt zu gehen, weil ich befürchtete, dass ich meine wertvollen Paket nicht mehr rechtzeitig entgegen nehmen könnte. Ein wirklich beängstigendes Gefühl, körperlich so eingeschränkt zu sein, dass man sich seelisch und moralisch auf einen wirklich kurzen Lauf ins Treppenhaus vorbereiten muss. Vor gut einem halben Jahr bin ich noch 10 Kilometer gerannt und hab an Geräten im Fitnessstudio trainiert. Es hört sich banal an, aber macht einen psychisch echt zu schaffen, nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein. Jedenfalls gab es, auch wegen extrem schlechter Blutwerte die Befürchtung vom Hausarzt, dass sich Wasser in der Lunge gesammelt hat, was punktiert werden muss. So fand ich mich am selben Tag noch, erst in der Notaufnahme wieder, später dann auf der onkologischen Station, natürlich mit gepackter Tasche und Medikamentenbeutel. Das schwerste waren mal wieder die Mangas. Nach einigen Behandlungen und bildgebenden Verfahren konnte man ausschließen, dass sich Wasser in der Lunge befand. Allerdings war die Leber angeschwollen und entzündet, was dazu führt, dass die Leber aktuell auf das Zwerchfell trügt und so die Luftnot verursacht. Behandelt werde ich deshalb mit Antibiotika, um die Entzündungswerte wieder einzufangen. Auch das sich die Gallengängen verstopft haben, hat sich nicht bestätigt. Das ich wie Spidermans Gegner Green Goblin mit etwas gelben Augen rumlaufe, kommt also auch von der Leber. Das alles scheinen die Nebenwirkungen der SIRT zu sein, davon gehen die Ärzte momentan aus, auch weil die Strahlung nicht nur auf Tumorgewebe wirkt, sondern auch gesundes Gewebe zerstört. Kollateralschaden. Allerdings hat mir der Arzt bei der Ultraschallbehandlung die angegriffenen Metastasen gezeigt, die sich dank der SIRT verflüssigen/zersetzen und somit der gewünschten Effekt erzielt wird. Es ist also abzusehen, was nach der für Februar angesetzten zweiten SIRT-Behandlung auf mich zukommen könnte, aber nicht muss. Es ist auf jeden Fall beruhigend, dass mein aktueller Fitness-Level nicht irreversibel ist. Ansonsten hatte ich noch wegen exzessiven Nasenbluten eine Krankentransport nach Weimar in die Notaufnahme, wo mir die Nasenwände verödet wurden. Manchmal fühle ich mich dann schon etwas verarscht, aber dort habe ich dann eine alte Freundin wiedergetroffen, was meinen Tag dann ein bisschen erhellen konnte. Heute wollte ich es dann wissen und bin mit meinen Eltern ein bisschen spaziert und konnte feststellen, dass ich konditionell wieder auf dem richten Weg bin. Diese kleinen Erfolgsmomente spornen mich an weiter zu machen, auch weil ich mir im REWE einen kleine Spritzkuchen mitgenommen habe, der nach absolvierten Sport noch besser schmeckt. Ich bin froh, dass man die Ursache gefunden hat, ich bald wieder entlassen werde und die SIRT weiter wie geplant, dann aber mit Chemotherapie in den Pausen, laufen kann. Es geht immer weiter Freunde.

Entzündete Leber drückt auf Zwerchfell/ Metastasen lösen sich auf

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