Viele Dinge, die ich mir seit Oktober angeschafft habe, fallen wahrscheinlich in die Kategorie „Unnütze Anschaffung“. Gerade als Außenstehender mag es einen so vorkommen, dass ich ohne Sinn und Verstand zugeschlagen habe. Dabei rede ich nicht von Investitionen, wie E-Bike, Relaxsessel und Co, sondern von Merchandise-Artikeln. Tatsächlich habe ich mir im Vorfeld, sehr wohl viele Gedanken darüber gemacht, wohin mein Geld verprasst wird. Ich weiß nicht, ob ich da ein Einzelfall bin, aber ich shoppe online gerne mal einfach drauf los und lege Dinge in den virtuellen Einkaufswagen, ohne im Anschluss auch den Bestellvorgang abzuschließen. Allein schon das Recherchieren und Auswählen, macht mir richtig Freude und der Vorgang kann sich dann schon einige Male wiederholen, bevor ich wirklich etwas kaufe. Auch das zähle ich dann sozusagen zum Prozess dazu, indem ich darüber nachdenke, ob ich es mir wirklich kaufen will oder ob ich es brauche. Wie kam es nun dazu, dass ich dann doch überproportional oft Dinge eingekauft habe? Die einfache Antwort ist „Befriedigung und Glücksgefühl. Über die Jahre haben sich so viele Ideen angesammelt, wo man sich gedacht hat: „Irgendwann kauf ich mir das mal, egal wie lächerlich das ist.“ In meinem speziellen Fall wird die Hemmung davor ungemein aufgeweicht, wenn man eine schlechte Zeit verbringt. Ich habe mir deshalb immer Bedingungen gesetzt, von wegen, „..wenn ich das überstehen, belohne ich mich..“. Bei meinem All Time Artikel, den ich hier als grandioses, stellvertretendes Beispiel vorstellen möchte, war das genau der Fall. Nach einem schmerzhaften und kräftezehrenden Krankenhausaufenthaltes, kam genau diese Mechanik zum tragen, Dinge zu recherchieren und in den Warenkorb zu packen. In gewisser Weise ermutigte mich die Vorstellung einer besseren Zeit, indem keine Schmerzen meinen Alltag mehr bestimmten und ich den Artikel als sogenannte Trophäe über meinen erneuten Sieg zelebrieren kann. Den Artikel meine Wahl hatte ich vor knapp einem Jahr auf Tik-Tok gesehen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Recherchen und Analyse waren abgeschlossen und meine Gewissen war schon lange auf der Seite des Kaufes. Nun musste ich nur noch die Lieferzeit überstehen und tatsächlich einen Monat später, konnte ich Ihn auspacken. Es sind vielleicht materielle Dinge, die auf den ersten Blick keinen Mehrwert haben und nutzlos erscheinen, aber für mich hängt an diesen Einkäufen, eine Geschichte, die beschreibt, unter welchen Umständen ich mir Dieses oder Jenes gekauft habe. Außerdem fühlt es sich gut an, wieder Kind zu sein. Ich bin momentan von meiner Erwachsenenblase abgeschnitten. Mein Alltag gestaltet sich als ziemlich schlicht und repetitiv. Meine Aufgaben beschränken sich auf das Teilnehmen an Therapien. Irgendwann werde ich vielleicht mal auf all dies Errungenschaften zurückblicken und schmunzeln, aber bereuen werde ich es niemals, denn dadurch hab ich schwierige Zeiten überstanden und bin nicht vor Langeweile wahnsinnig geworden. Über meine Schuhsammel(-sucht)-leidenschaft berichte ich demnächst. =)