Invest in luxury

Der Gedanke, den ich schon seit anderthalb Jahren mit mir rumtrug, nämlich einen neuen Tv zu kaufen, erlebte in dieser Zeit seine Renaissances. Seitdem es von LG 2019 neue OLED TVs gab, schlug ich mich mit Entscheidung herum, ob ich wirklich einen Neuen kaufen sollte. Mein alter Smart TV war noch in Schuss und lieferte alles was ich brauchte, nämlich ein smartes Betriebssystem. Einen ordinären TV-Anschluss nutzte ich schon lange nicht mehr, da ich mit linearen Fernsehen nichts anfangen konnte. Streamingdienste und Apps, mehr brauchte ich nicht, denn ich will ja Content gucken, wenn ich will und mich nicht nach Sendeplänen halten, zumal die deutsche TV-Landschaft keine Abwechslung mehr bot, vergleichbar zum Radio. Nun kam noch der männliche Instinkt dazu, der 65 Zoll für erstrebenswert hielt, denn wenn schon denn schon. Schließlich braucht man Progress und von einstigen 42 Zoll über 50 Zoll könnte ich so in höhere Sphären aufsteigen und zeigen wie männlich mein TV ist. Aber nun der Knackpunkt, der mir Kopfschmerzen bereitete. 2000 Euro für ein TV, den ich eigentlich nicht brauchte, aber dennoch gerne besitzen würde. Einen Betrag den ich als damaliger Student mit Zweitjob an der Kasse für exorbitant hielt. Es ist interessant wie schnell die Relation von Geld sich verändert, wenn man Zugang zu mehr Geld im Laufe des Arbeitsleben bekommt. Nach meiner Diagnose brauchte es nur einen zufälligen Besuch im Saturn meines Vertrauens und das kurze Fachgespräch mit dem Angestellten, bei dem ich Fragen stellte, die ich natürlich schon wusste, da mir der TV gedanklich schon anderthalb Jahre gehörte und ich jedes Detail im Vorfeld recherchiert hatte, da ich immer im gedanklichen Zwist mit mir selbst lag und ich hoffte meine imaginäre Pro- und Contra-Liste könnte eine Entscheidung herbeiführen. Nun ziert ein viel zu übertriebener 65 Zoll OLED mein Wohnzimmer und auch hier muss ich mir eingestehen, sollte man vielleicht Dinge nicht zerdenken, sondern einfach mal aus dem Bauch heraus entscheiden. In gewisser Weise macht mich das Wissen um mein endliches Leben zu einer spontaneren und auch lebensoffeneren Person, denn ich werde quasi dazu gezwungen Entscheidungen schnell zu treffen. Ich möchte daraus einen Vorteil für mich selbst ziehen und das gelingt mir subjektiv betrachtet sehr gut. Natürlich verstehe ich das nicht als Freifahrtsschein, um mein Geld zu verprassen, sondern vielmehr als Genugtuung, das erarbeitete Kapital auch zu nutzen und zu verstehen, dass Geld glücklich macht, wenn man es auch ausgibt. Und als in Deutschland erzogenes Kind ist das gar nicht so einfach zu begreifen.

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